Die in diesem Projekt zugrunde gelegte Idee bestand darin, klassische Verfahren der Minimierung komplexer VLSI-Schaltungen mit modernen spektralen Ansätzen zu kombinieren. Untersuchungen der Qualität der minimierten Schaltungen haben ergeben, daß sich manche Teile komplexer Schaltungen besser auf der Basis disjunktiver Schaltungsdarstellungen (klassisch) und andere wiederum besser über ihre Reed-Muller-Darstellung (spektral) minimieren lassen. Diese Aussage gilt insbesondere dann, wenn diese Schaltungen auf anwenderprogrammierbaren Bausteinen implementiert werden sollen.
Eine Voraussetzung für die kombinierte klassische und spektrale Minimierung ist die effiziente Darstellung und Manipulation mehrstufiger Schaltungen. Hierzu wurde das Konzept der binären Entscheidungsdiagramme (BDD) auf spektrale Darstellungen erweitert und unter dem Namen funktionale Entscheidungsdiagramme (FDD) eingeführt.
Auf der Basis dieser Darstellungsarten wurden Minimierungsverfahren zur Optimierung zwei- und mehrstufiger Schaltungen entwickelt. Insbesonderedie zusätzlichen Minimierungsmöglichkeiten spektraler Darstellungen - wie z. B. die Optimierung der Polarität von Variablen - wurden dabei besonders berücksichtigt. Die Abbildung der minimierten Schaltungen auf eine geeignete Zieltechnologie unter Berücksichtigung der Optimierung der Laufzeit war ein zweiter wesentlicher Kernpunkt der Arbeiten. Auch hier wurden spektrale Ansätze mit klassischen Verfahren kombiniert.
Anhand von realen Entwurfsbeispielen wurde gezeigt, daß unter ausschließlicher Verwendung klassischer Minimierungsverfahren ein enormes Minimierungspotential unbenutzt blieb. Das Ergebnis dieser Arbeiten ist ein interaktives Werkzeug, welches auch bei zahlreichen Veröffentlichungen internationale Beachtung erzielte. Dieses Werkzeug wurde erfolgreich in den am Forschungsbereich eingesetzten Entwurfsablauf integriert.