Im modernen Systementwurf wird es aus Effizienzgründen immer wichtiger, komplexe Systeme, die sich hierarchisch aus mehreren Teilsystemen zusammensetzen können, in einer Hardwarebeschreibungssprache zu spezifizieren. Um derart komplexe, hierarchisch spezifizierte Systeme effizient bearbeiten zu können, sind geeignete hierarchische Synthesetechniken erforderlich. Alle heute bekannten High-Level Synthesesysteme sind aufgrund der fehlenden oder unzureichenden Hierarchieunterstützung hierzu jedoch ungeeignet.
Die Grundidee der neu entwickelten hierarchischen Synthese besteht darin, die in konventioneller Weise manuell durchgeführte hierarchische Entwurfsmethodik auf die automatische Synthese zu übertragen. Dabei sollen bereits synthetisierte Teilschaltungen als Komponenten in einem komplexeren Gesamtsystem wiederverwendet werden können, wobei insbesondere die hierarchische Struktur der Komponenten zu beachten ist. Die Berücksichtigung der Komponentenstruktur während der Synthese erlaubt einerseits, Teilkomponenten mit gleicher Funktionalität in unterschiedlichen Hierarchieebenen gemeinsam zu nutzen, und andererseits die automatische Auswahl anwendungsspezifischer komplexer Komponenten. Die gemeinsame Nutzung von Teilkomponenten führt nicht nur zu einer Implementierung mit geringerem Flächenbedarf, sondern auch zu einer Verringerung der Systemausführungszeit. Diese Zeit kann dadurch reduziert werden, daß Teilkomponenten zu Zeitpunkten, zu denen sie nicht benutzt werden, für andere Aufgaben zur Verfügung stehen. Darüber hinaus kann die Qualität der Implementierung durch die automatische Auswahl von anwendungsspezifischen Komponenten wesentlich verbessert werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die erforderliche Rechenzeit, die sich mit der beschriebenen hierarchischen Synthesetechnik entscheidend reduziert läßt.