Beim Entwurf komplexer Systeme wird man oft mit dem Problem konfrontiert, daß keine zufriedenstellende Spezifikationsmöglichkeit vorhanden ist. Reine Programmiersprachen sind ungeeignet, weil sie nur wenig Möglichkeiten zur Systemstrukturierung und meist keine Möglichkeiten zur Berücksichtigung von Zeit- oder anderen Nebenbedingungen bieten. Formale Sprachen und Hardware-Beschreibungssprachen bieten wenig Möglichkeit, ein System auf hoher Abstraktionsebene zu beschreiben.
Im Rahmen verschiedener Projekte (COBRA, AC-8) wurden am FZI Methoden untersucht, um komplexe Systeme auf hoher Abstraktionsebene in verbreiteten Programmiersprachen (C++/Java) zu beschreiben. Hierzu wurden spezielle Klassen zur Systemspezifikation und -analyse entworfen. Durch diese Erweiterungen ist es möglich, Parallelität auf Systemebene einfach zu beschreiben und automatisch zu analysieren. Darüber hinaus entstehen ausführbare Spezifikationen, welche statische und dynamische Analysemöglichkeiten gewährleisten. Darauf zugeschnittene Analysemethoden erlauben eine weitgehend automatische Untersuchung des Systems. Dies beinhaltet auch die Möglichkeit, das Kommunikationsaufkommen zwischen Systemteilen zu untersuchen.
Neben den für die Systemspezifikation bereitgestellten Klassen sind Analysewerkzeuge in der Entwicklung, um automatisch generierte Analyse-Informationen weiter zu verarbeiten. Die skizzierten Arbeiten werden mit dem Ziel fortgeführt, durch frühzeitige genaue Analysen des Gesamtsystems richtige Entscheidungen bei der Architekturfindung zu treffen, d.h. unter Einhaltung aller vorgegebener Randbedingungen soll eine möglichst günstige Implementierung des Systems für den Entwurf eingebetteter Systeme gefunden werden.