next up previous
Next: HW/SW-Codesign (Wolfram Hardt) Up: Eingebettete Systeme Previous: Konzeption und Implementierung einer

Wiederverwendung (Ralf Seepold)

Die effiziente Wiederverwendung von Schaltungsbeschreibungen bildet eine wichtige Grundlage für eine schnelle und kostengünstige Entwicklung komplexer Systeme. Durch die Verwendung von abstrakten Beschreibungssprachen, beispielsweise VHDL, wird eine modulare Systemspezifikation ermöglicht. Jedes Modul dieser Spezifikation besteht aus einer Menge von Elementen, die durch Komponenten, Funktionen und Prozeduren gebildet werden. Der modulare Aufbau einer VHDL-Spezifikation bietet die Möglichkeit, Module separat zu beschreiben und damit anderen Entwürfen wieder zur Verfügung zu stellen (Wiederverwendung). Durch die beschriebene Struktur ergeben sich Module unterschiedlicher Komplexität, die im wesentlichen durch die Komplexität der Elemente bestimmt wird. Die Elemente eines Moduls können ebenfalls modular aufgebaut sein. Somit ist es möglich, die Wiederverwendung von Elementen und Modulen gleichermaßen zu berücksichtigen.

Sowohl durch den konventionellen Entwurfsprozeß als auch durch die gezielte Entwicklung leistungsfähiger Elemente kann eine Wiederverwendungsbasis aufgebaut werden, auf die zum Systementwurf zurückgegriffen werden kann. Die Leistungsfähigkeit des Wiederverwendungsprozesses wird dabei maßgeblich von einem effizienten Zugriff auf die Wiederverwendungsdatenbasis bestimmt. Aktuelle Untersuchungen zeigen, daß eine geeignete Klassifizierung der Komponenten den Schlüssel zur Wiederverwendung darstellt und deshalb eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Wiederverwendungsprozeß ist. Die effiziente Einbindung von Wiederverwendung in den Entwurfsablauf setzt eine innovative Wiederverwendungsdatenbank und einen geeigneten Anschluß an die High-Level Synthese voraus. Beide Systembestandteile sind eng miteinander zu verbinden und erfordern daher eine abgestimmte Entwicklung der notwendigen Schnittstellen.

Um die Lücke zwischen der Wiederverwendungsdatenbank und der High-Level Synthese zu schließen, wurde und wird im Rahmen dieser Arbeiten ein Klassifikationsschema entwickelt, das den Zugriff auf die Wiederverwendungsmodule unterstützt. Der Zugriff auf die Module erfolgt dabei über eine Internet-basierte Client/Server-Lösung, die in der Programmiersprache JAVA implementiert wird. Durch diese Implementierung wird eine plattformunabhängige Schnittstelle realisiert, die die verteilte Entwicklung von komplexen Modulen für Intra-Netze und WANs bietet. Neben der Klassifizierung spielt die Klassifizierungstechnik eine entscheidende Rolle, um Beziehungen zwischen Elementen der Wiederverwendungsdatenbank definieren zu können, die den Zugriff auf die Elemente selbst und die Extraktion ähnlicher Elemente erlaubt. Durch die skizzierte Wiederverwendungsmethode können für den Entwurf zahlreiche alternative Realisierungsmöglichkeiten bestimmt werden, die selektiert und an die High-Level Synthese geeignet weitergegeben werden können.


next up previous
Next: HW/SW-Codesign (Wolfram Hardt) Up: Eingebettete Systeme Previous: Konzeption und Implementierung einer

Steffen Wieschalla
Fri Apr 25 18:56:55 MET DST 1997